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Kakaozeremonie eine kritische Reflexion


Kakaozeremonie
Kakaozeremonie


Vor etwa drei Wochen nahm ich an einer Kakaozeremonie teil, voller Erwartung auf eine tiefgehende, herzöffnende Erfahrung. Stattdessen fühlte ich eine Mischung aus energetischer Schwere und emotionalem Unbehagen, die mich nachhaltig beeindruckt hat – jedoch auf eine Weise, die ich so nicht erwartet hatte.


Die Zeremonie begann in einer Atmosphäre, die zunächst spirituell und heilend wirken sollte. Doch schon nach den ersten Schlucken Kakao verspürte ich eine plötzliche Blockade in meinem Herzchakra – ein Gefühl, als wäre eine unsichtbare Mauer errichtet worden. Das sollte doch eigentlich genau das Gegenteil bewirken, dachte ich. Statt innerer Ruhe überkamen mich körperliche Reaktionen wie ein plötzlicher Schweißausbruch, begleitet von einem tiefen Unwohlsein.


In diesem Moment traf mich eine Erkenntnis, die ich weder geplant noch erhofft hatte: Ich spürte den Schmerz. Nicht nur den metaphorischen Schmerz des Kakaos selbst, sondern auch den Schmerz, der mit seiner Produktion verbunden ist. Bilder schossen mir durch den Kopf – von den Kakaoanbaugebieten, den Plantagen, und den Menschen, die unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten müssen, um diese Bohnen zu pflücken. Ihre Leidensgeschichten, geprägt von Zwangsarbeit und teils sklavenartigen Verhältnissen, schienen sich in diesem Moment mit jeder Faser meines Körpers zu verbinden.


Kakao – oft romantisiert und als "Pflanze des Herzens" gefeiert – bekam für mich in diesem Moment eine ganz neue Bedeutung. Die Zeremonie offenbarte mir nicht die erhoffte Verbindung zu meinem Inneren oder zu einer höheren Energie, sondern die harte Realität eines Systems, das auf Ausbeutung beruht. Diese Einsicht war schmerzhaft, aber auch eine notwendige Konfrontation.


Ich möchte an dieser Stelle eine eindrucksvolle Reportage aus dem Weltspiegel verlinken, die tiefer in die Schattenseiten der Kakaoindustrie eintaucht. Sie zeigt auf, wie Menschenrechte verletzt werden und welche soziale und ökologische Ausbeutung hinter dem vermeintlich heilenden Getränk steht.


Abschließend bleibt für mich die Frage: Können wir wirklich spirituelle Erlebnisse auf Basis von Produkten suchen, die mit so viel Leid verbunden sind? Vielleicht sollte unsere wahre Zeremonie darin bestehen, bewusster zu konsumieren und die Stimmen derjenigen zu hören, die hinter diesen Produkten stehen.




 
 
 

1 Comment


Da hast Du Recht, lieblos angebaute Produkte haben natürlich auch eine lieblose Energie. Danke für den Blickwinkel

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